Raus aus der Mottenkiste!

Raus aus der Mottenkiste

Bei dir steht ein Umzug an und dein Schafwollteppich muss gelagert werden? Das Erbstück deiner Oma soll runter vom Dachboden und wieder im Wohnzimmer einziehen? Kein Problem! Wir zeigen dir, wie du Motten erfolgreich meiden bzw. bekämpfen kannst.

Fakten zur Motte

Nicht alles, was im Haus herumschwirrt ist gleich eine Kleidermotte, die deinem Teppich oder deinem Kaschmirpullover an den Kragen will. Allerdings sind die verschiedenen Insekten oft recht schwer zu unterscheiden. Am besten ist, du achtest auf die Umgebung, in der das geflügelte Kleingetier auftaucht, denn dort ist auch meist seine Nahrungsquelle.

LebensmittelmotteLebensmittelmotte
Lebensmittelmotten

Die bekannteren Mottenarten, wie z.B. die Dörrobstmotte oder Mehlmotte, sind Lebensmittelmotten.

Ihre Larven fressen sich durch unsere Lebensmittel und hinterlassen unappetitliche Gespinste in den Verpackungen. Sie befallen Mehl, Getreide, Müsli, Trockenobst, Nüsse oder Schokolade.

Solltest du Lebensmittelmotten in Küche oder Vorratsraum entdecken, musst du dir zumindest keine Sorge um deine Teppiche oder deine Kleidung machen: Das steht nicht auf dem Speiseplan dieser Tierchen, sie sind Vorratsschädlinge.

 

KleidermotteKleidermotte
Kleidermotte

Die nur 6-9 mm kleine, gelblich-goldene Kleidermotte (auch Textilmotte oder Teppichmotte genannt) hat fedrige, ausgefranste Flügelenden. Ihre Larven ernähren sich vom Keratin in tierischen Härchen und Fasern.

Aufgepasst also bei Fellen, Pelzen, Teppichen und Wolltextilien. Die Larven sitzen direkt in den Stoffen und verkriechen sich, sobald Gefahr droht. Kleidermotten sind eher lichtscheu, mögen Ruhe und können nicht besonders gut fliegen. Man kann sie eher auf den Wänden herumlaufen sehen.

Kleidermotten sind keine Gefahr für deine Lebensmittel, denn sie sind Materialschädlinge.

 

 

NachtfalterNachtfalter
Nachtfalter

Umgangssprachlich werden Nachtfalter oft als Motten bezeichnet, was für Verwirrung sorgt. Einige Nachtfalterarten sehen Motten auch sehr ähnlich. Sie sind - wie die Motte - nachtaktiv, tagsüber ruhen sie meist an Stellen, an denen sie gut getarnt sind um sich vor Feinden zu schützen.

Sie werden von Licht angezogen, was auch der Grund ist, wieso sie plötzlich mal im Wohnzimmer herumflattern. Im Gegensatz zu Motten sind sie aber nicht gekommen um zu bleiben:

Von gewöhnlichen Nachtfaltern geht keine Gefahr für Textilien aus. Sie ernähren sich draußen in der Natur von Nektar, Pflanzensäften und Tau.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer Motte und einer Milbe?
  • Motten gehören zur Familie der Kleinschmetterlinge und sie haben eine Länge von rund 1 cm. Bei einem Mottenbefall sind dunkle Kotkrümel oder Fraßspuren an Lebensmittel oder Kleidung auffallend. Die fressenden Quälgeister sind dabei die Larven der Motten. Diese kleinen Raupen gilt es dann loszuwerden.
  • Milben, die achtbeinigen Spinnentiere, treten häufig als Mehlmilbe oder als Backobstmilbe auf. Auch die Hausstaubmilbe ist sehr verbreitet. Sie lebt vorwiegend in Matratzen und in der Bettwäsche. Sie ernähren sich meist von Hautschuppen und plagen Allergiker, fressen aber nicht Kleidung oder Teppich.
Unterschied Motte zu MilbeUnterschied Motte zu Milbe
Wie gelangen die Motten überhaupt ins Haus?

Motten klopfen ja nicht einfach an die Tür. Woher kommen also die Plagegeister?

Lebensmittelmotten wie auch Kleidermotten werden oft durch auffällige Gerüche oder Staub angelockt. Ein undichter Dachboden oder ein offenes Fenster reichen aus. Das gilt vor allem nachts, weil die Falter nachtaktiv sind.

Kleidermotten gelangen aber auch durch Einkäufe ins Haus, hierbei ist vor allem Second-Hand-Kleidung gefährdet.

 

Wie kommen Motten ins Haus?Wie kommen Motten ins Haus?
Wo leben Motten?
Das Wichtigste vorweg: Der täglich benutzte Teppich, ist kein Lebensraum für Motten, weil sie dort keine Ruhe haben.

Meist liegt der Teppich auch in hellen Räumen, was Motten ebenso wenig gefällt: Licht und trapsende Füße von Groß und Klein sind der besten Mottenschutz für deinen Teppich.

Vielmehr findet man Motten in Kleiderschränken, da es dort dunkel ist. Insbesondere dann, wenn die Kleidungsstücke selten bewegt werden – also zum Beispiel bei einem Schrank mit Winterklamotten, der über den Sommer unberührt bliebt.

Motten KleiderschrankMotten Kleiderschrank

Vier Tipps um Mottenbefall vorzubeugen

Teppich richtig platzierenTeppich richtig platzieren
Tipp 1

Die Lage macht's: Hell und turbulent

Wenn möglich, platziere deinen Teppich VOR der Couch oder dem Bett und nicht darunter. Denn genau die Stellen die ruhig und dunkel liegen, gefallen der Motte und hier legt sie ihre Eier.

Steht dein Sofa auf dem Teppich, dann kannst du an der Unterseite zur Vorsorge Duftstoffe (→ siehe Tipp 3) anbringen oder auch Mottenfallen. 

Im Normalfall reicht es aber aus, regelmäßig in der Wohnung und auch unter der Couch zu saugen. Motten leben ca. 14 Tage. Gib ihnen keine Chance, sich einzunisten.

 

Mottenbefall vorbeugen: Teppich reinigenMottenbefall vorbeugen: Teppich reinigen
Tipp 2

Bring Schwung rein: Schütteln, klopfen, saugen

Nachdem über einen genutzten Teppich im Normalfall ständig jemand läuft, ist ein Mottenbefall hier kein Thema.

Eine gute zusätzliche Vorsorge ist aber natürlich immer die Hygiene im Haus oder der Wohnung. Deshalb sollte die Teppichreinigung regelmäßig durchgeführt werden. Durch regelmäßiges Absaugen, Auslüften und Ausbürsten wird nicht nur dem Motten-anziehenden Staub entgegengewirkt, sondern es kommt Bewegung in den Teppich, was Motten und ihren Larven gar nicht gefällt. 

Wende deine Teppiche auch regelmäßig.

Mottenbefall vorbeugen mit DuftstoffenMottenbefall vorbeugen mit Duftstoffen
Tipp 3

Lavendel & Co. lässt Motten verduften

  • Um Textilmotten zu bekämpfen, können ätherische Öle wie Lavendel, Zirbe oder Zedernholz zum Einsatz kommen.

  • Empfehlenswert sind auch kleine Duftsäckchen mit diesen Inhaltsstoffen, die man einfach in der Wohnung aufhängen kann. Durch den verströmenden Duft werden die Kleidermotten vertrieben.

  • Auch ein Strauß Lavendel auf der Fensterbank ist eine natürliche Barriere gegen Mücken und Kleidermotten.

Teppich mottensicher lagernTeppich mottensicher lagern
Tipp 4

Teppich richtig lagern

Über einen möglichen Mottenbefall deiner Wollteppiche musst du dir Gedanken machen, wenn du ihn einlagerst. Wenn du ein paar Dinge beachtest, klappt auch das: 

  • Säubere deine Teppiche vor dem Einlagern gründlich um Staub, Schmutz und Gerüche zu entfernen.
  • Roll jeden Teppich ein und verpacke ihn in eine Plastikhülle ohne Löcher. Vakuumverpackt ist's nochmals idealer. 
  • Wähle einen guten Platz zum Lagern: Der zugige, staubige und dunkle Dachboden ist mit Vorsicht zu betrachten. 
  • Bring an Fenstern / Öffnungen möglichst Fliegengitter an.
  • Platziere Duftstoffe wie unter Tipp 3 beschrieben.
  • Stelle zur Kontrolle Mottenfallen auf. 

Wer denkt, dass er mit einem Kunstfaserteppich vor Motten gefeit ist, könnte leider auch eine böse Überraschung erleben. Die Larven der Teppichmotten können das Material zwar nicht verdauen, aber ihr Fresstrieb lässt sie in manchen Fällen trotzdem Baumwolle oder künstliches Gewebe vertilgen. 

Tipps um Motten erfolgreich zu bekämpfen

Wenn man von einem Mottenbefall betroffen ist, dauert es eine Weile, sie auch wieder loszuwerden. Den Befall von den kleinen gefräßigen Schmetterlingslarven erkennst du spätestens an kleinen Löchern in Kleidung oder Teppichen. Jetzt heißt es schnell aktiv werden, um Schlimmeres zu verhindern!

  • Bei einem relativ leichten Befall reicht es häufig aus, den Teppich gründlich zu säubern und zusätzlich für längere Zeit dem direkten Sonnenlicht auszusetzen. So trocknen vorhandene Larven und Eier der Teppichmotten aus und werden durch das Sonnenlicht sogar abgetötet. 
  • Wenn möglich, können Teppiche eingefroren werden um Motten zu bekämpfen, da bei rund -18 °C alle Eier und Larven absterben. So findet der Befall ein schnelles Ende.
  • Hast du schon einmal etwas von Schlupfwespen gehört? Schlupfwespen gelten als Nützlinge und sind weder für Mensch noch für Haustiere gefährlich. Die nicht einmal 0,4 mm kleinen Tierchen ernähren sich von Motteneier und rotten somit die Schädlinge aus. Ist ihr Werk getan, verschwinden sie wieder.
  • Spätestens wenn der Mottenbefall hartnäckig ist und die Teppichmotten so tief in den Schlingen sitzen, dass absaugen nicht hilft, sollte ein Fachmann kontaktiert werden. Mit einer professionellen Teppichwäsche und Mottenbekämpfung bist du auf der sicheren Seite.

Mottenangst – unser Fazit

Im Alltag wird sich in einem bewohnten Wohnzimmer oder Schlafzimmer kaum eine Motte in deinem Teppich einnisten. Hier, oder auch bei Läufern im Flur oder Vorlegern in der Küche ist den Teppichmotten und ihren Larven einfach zu viel los. 

Um auf Nummer sicher zu gehen gibt es zahlreiche Vorsorgemöglichkeiten. Insbesondere dann, wenn du einen Teppich einlagerst, solltest du Vorkehrungen treffen. Doch selbst wenn Motten da sind, ist in vielen Fällen noch nicht alles verloren. 

So kannst du dich im Normalfall mit ein bisschen Fürsorge lange an deinem Teppich erfreuen.

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